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18.10.2011 Submission Complete :)
Ok, die letzte Meldung liegt wieder ne halbe Ewigkeit zurück. Da es aber sportlich nicht viel neues zu berichten gibt, füge ich mich mal dem allgemeinen Trend und berichte über auf einer Triathleten-Seite mindestens halb deplazierte Themen ...
Alsooooo, "Studium hat absolute Priorität vor dem Sport" krähte das Hähnchen in Kona. Ok, das is jetzt auch nicht so schwer, wenn man fast alles erreicht hat, was vorgenommen war, aber der Beweis der Ernsthaftigkeit der Aussage noch nicht erbracht werden musste.
Aber wie siehts wirklich aus, wenn das Prioritätensetzen mehr als nur Worte erfordert, das Ego aber gleichzeitig die großfressige "ich schaffe locker beides" Haltung nicht aufgeben will? Genau. Es tut überall mal weh, irgendwas is immer kaputt oder krank. Nur nicht eingestehen, dass das Ganze vielleicht ein bisschen mehr erfordert als ein wenig konzentriertes Arbeiten...
Naja, jedenfalls habt ihr ja alle gesehen, was sportlich bei rausgekommen is: nix. alles.
Den letzten Teil erklär ich jetzt nicht weiter, die, die's verstehen müssen, habens verstanden, die, die's nicht verstanden haben, müssens auch nicht verstehen :)
Wie auch immer: Mission Doppelziel gescheitert, Einzelziel Diplom erreicht. Damit is es nu nich mehr so ganz richtig, das Jahr weiterhin als Seuchenjahr zu bezeichnen...
Und was geht Flugtechnisch? Naja, wir werden sehen, oder? Was aus Ankündigungen und Zielen wird, hat dieses Jahr gezeigt, also lass ich das lieber sein und warte fliegen übend ab...
23.08.2011 "The major difference between a thing that might go wrong...
...and a thing that cannot possibly go wrong is that when a thing that cannot possibly go wrong goes wrong it usually turns out to be impossible to get at or repair." Douglas Adams
"Was war denn los?" lautet die vielgstellte Frage im Ziel in Wiesbaden. Irgendwie arg verwunderlich aus meiner Sicht, da Küfi die zugehörige Antwort VOR dem Stellen der Frage, am Start des Rennens, bereits in mehrfacher Ausführung gegeben hatte: Zürich- drei Wochen krank+Urlaub - 1.5 Wochen Training - Rippenprellung - Wiesbaden. Offensichtlich gibt es immer noch zu viele, die Hühnchen für Triathleten halten, was sich im inversen Verhältnis von geäußerter und gemeinter Aussage widerspiegeln würde... Aber Hühnchen sagen, was sie meinen.
Wie auch immer, die zweite Saisonhälfte sollte wenn nicht erfolg- so doch spaßreich und rennintensiv werden: EBM -> Wiesbaden -> Trans-Schwarzwald -> Knappenmann -> Köln. Zumindest die ersten drei sind absolviert, die Kurzfassung:
EBM: Matsch fun.
Wiesbaden: Blut lassen vorm Rennen, einarmig schwimmen, ins Ziel watscheln.
Trans-Schwarzwald: Mantel des Schweigens...
jetzt liegt das Hühnchen bis knapp unterhalb der Letalitätsschwelle aufgeheizt im Nest und übt sich in Selbstmitleid. Der Rest jedenfalls is abgesagt und 2011 mit "Seuchenjahr" identifiziert. Mal schauen, wies nächstes Jahr aussieht... Aber hilft alles nix, es müssen sinnvollere Sachen geschrieben werden als das hier...ich mach mal weiter...
Bis denne
13.07.2011 Höhepunkt mit vielen Tiefpunkten
Freitag, 0500. Wecker. Schon??? Naja, Wettkampfbesprechung in 8 Stunden und davon trennen uns auch noch knapp 600km. Also auf nach Zürich. Zielstelung? Zeigen, dass das Hühnchen nach mehreren missglückten Flugversuchen dieses Jahr wieder fliegen gelernt hat...
Die positive Bilanz dann bereits im Auto: Streckenhuhn? Check. Hörnchen? Check. Na dann los.
Die unmittelbare Vorbereitung beschränkt sich dann neben dem Verwandeln der Beine in zwei Nacktschnecken mittels Nassrasierer auf die ziemlich unspektakulären Standards. Allerdings macht die Ankunft von Phil die Crew vollständig. Hühnchen. Mami. Hörnchen. Phil. Mehr geht nicht. Alle da, um den Verfall von zwei Küfis live zu verfolgen...
Sonntag, 0700... Landstart von etwa 2000 "Ingos"... An dieser Stelle sei die Nebenbemerkung gestattet, dass Hühnchen in keiner Weise mit der Spezies "gemeiner Triathlet" verwandt, verbrüdert, verschwägert oder sonstiges sind. Hühnchen sind Hühnchen. Allenfalls Vögel. Aber keine Triathleten.
Zurück zur Sache: Das Schwimmen läuft deutlich besser als erwartet, Wechsel auch. Aufsteigen aufs Rad. Ziemlich sofort ein unschönes Geräusch gefolgt von massiven Flugproblemen. Hinterrad schleift im Rahmen. Richten. Geht nicht. Nach 3 weiteren Versuchen: geht. Losfahren. Ziemlich sofort ein unschönes Geräusch gefolgt von massiven Flugproblemen. Anhalten. Aufhören??? Nee, Materialwagen kommt ein paar Minuten später. Neues Hinterrad. Geil. Naja. Nee. Doch nich. Schaltung geht nich. Für die verbleibenden 183.9 km (insgesamt 184) sind genau zwei Ritzel fahrbar: 13 und 17 ... Egal. Weiter. Sattel locker. Anhalten festziehen. gut. km 20: Sattel locker. Anhalten festziehen. km 40: Sattel locker... "Na toll, ich bin sind nicht nur feige, sondern auch unfähig!"
km 50: ziemlich spektakuläre Verabschiedung des Sattelflaschenhalters. Sehr gut, dass ich den zweiten im Rahmen abgebaut hab. Krämpfe wegen falschen Sattelstellung. Versuch, Schaltung einzustellen...
km 70: Durst. Soeben gegessener Powerbar kommt wieder zu Tage. Gut, dann essen wir eben heute nix mehr. Sattel locker. An...
Krämpfe jetzt überall. km 90: Hörnchen, Mami, Phil, Hühnchen. Jetzt aufhören??? Scheiße, geht doch nich...
km 130: Schwarz vor Augen. Gut, dann fahr ich noch heim und hör dann auf. Mami, Phil, Hühnchen, Hörnchen. Aufhören geht also wieder nich. Mist.
Fazit:...Ich sollte mein Material vorher checken... Lauter Anfängerfehler vom Küfi...
Lauf...naja, "Solange es noch Leute gibt, die Laufen und dabei langsamer sind als ich, darf ich nicht gehen." ... und das Streckenhuhn will schließlich unter dem doofen Zielbogen durchgetragen werden, und das Hörnchen...und die zu erwartende Laune meinerseits, sollte ich den Zielstrich nicht erreichen, kann ich keinem meiner vier Lieben antun...
Und der gute Papi hüpft auch noch recht vergnügt durch die Schweiz, also gehts auch bis zum Zielstrich irgendwie weiter...
Na gut, dann auf zu neuen Flugversuchen... vielleicht klappts ja irgendwann nochmal...
Achja: Die Schildkröte wird dieses Jahr nicht gestreichelt, die muss noch ein Jahr warten...
Bis denn dann :)
20.06.2011 "Der Hund bellt, ohne Huhn kann ich nicht fliegen!"
Der Schock kommt etwa 2.5h vor dem Start. Im Auto. Mama Huhn dreht sich zu mir um, Ihr Gesicht besagt nichts Gutes... Das Huhn ist zu Hause. Ausgerechnet in Moritzburg, dem Ersatznest, muss ich ohne gackernde Unterstützung an den Start gehen. Na toll. Diesesmal also nur mit Streckenmäuschen...
Das Viech wird aber auch niemand sehen, denn der Fotoapparat ist zwar wider Erwarten dabei, ein voller Akku aber nicht.
Damit ist er aber nicht alleine, denn klein Küfis Akkus schienen am Vortag auch ziemlich alle. Überführung Jena-Gera gerade noch überlebt, bevor sämtliche Lichter ausgehen...
Zumindest ist die Atmosphäre in Moritzburg gewohnt entspannt-freundlich. Nicht das übliche "ich mach dich platt, ich bin so toll" Gehabe von allen Seiten...
Schwimmen läuft dann auch unerwartet gut, die Erklärung liefert der Veranstalter selbst: "Schlamm trägt" ... und ich dachte schon, die Form sei ein bisschen besser geworden xD
Danach renne ich jedenfalls erstmal an meinem Rad vorbei, während ich den Sprecher sagen höre "...Küfner, bei dem Sie jetzt gleich einen schnellen Wechsel sehen können...", gefolgt von hektischem Suchen nach dem Wechselplatz...
Auf dem Rad dann Wind, Kraftlosigkeit und ein fehlendes Huhn (Markus nach dem Rennen: "Was war denn beim Radfahren los???") naja, so lange er noch "fahren" sagt...
Dann nach den Worten des Sprechers "Er wird jetzt sicher wieder einen schnellen Wechsel zeigen" in durch diese Worte ausgelösten selbstverliebten Gedanken am Radstellplatz vorbeirennen, fluchen, und versuchen, die Richtung zu bestimmen, in die ich rennen muss, um von Stellplatz 450 zu 469 zu kommen...
Laufen? Naja...besser als in Kulmbach, aber die mitleidigen Blicke der an der Strecke stehenden Vogelfreunde gefolgt von "sieht noch gut aus, brings einfach heim" sagen irgendwie genau das Gegenteil vom eigentlichen Wortlaut aus...
Naja, wies besser geht, wissen wir ja zum Glück... Auf in die Schweiz. Diesmal mit Huhn. Mit Hörnchen. Und ohne Ausreden.
13.06.2011 Kulmbach
"Nutella und und Lady Shave?!"
... bildet den Abschluss der mündlich durchgegangen Packliste. Ersteres als Präventivmittel gegen unzureichendes Frühstücksbuffet, letzteres zum... naja, weiß wohl jeder, der sich auf diese Seite verirrt, ohnehin. xD
Ja, ich gebs zu, das letzte Durchgehen des notwendigen WK-Tascheninhalts liegt einige Monate zurück. Aber jetzt steht nach einem völlig verhauenen Frühjahr die DM Miteldistanz in Kulmbach an. Ziel: Bauch muss durchhalten, Küfi insgesamt auch.
Zur Umsetzung:
1) zusätzliches Nutella überflüssig, Hotel toll.
2) Check-in zumindest für mich problemlos, Papi braucht nen neuen Helm.
3) Schwimmstreckenbegutachtung und erster Schock: Drei Runden statt der üblichen zwei??? Och nöööö, sieht viel zu lang aus.
4) Start. Wer auch immer sich ausgedacht hat, die Frauen fünf Minuten vor uns starten zu lassen, hat damit entweder eine sadistische Ader oder völlige Dämlichkeit unter Beweis gestellt, frei nach dem Motto: "Wie mache ich die Prügelei aus dem Vorjahr noch größer???" Naja, jedenfalls ist das Schwimmen drei Minuten später als bei den Schnellsten auch irgendwann überlebt. Bewertung? nicht untergegangen...
5) Wechsel ok. Rad. Vollgas. Endet aber leider in der großen Verfolgergruppe mit dem Spielchen: Küfi fährt los, wir alle hohlen Küfi ein, die Hälfte kriegt ne Zeitstrafe (die Karis scheinen die Ausdehnung der Windschattenbox auf 20m hochdefiniert zu haben...), dann fahren wir wieder spazieren bis Küfi wieder versucht, loszufahren. Sehr nervig. Irgendwann dann bleibt nichts anderes übrig, als hinten drauf in 50m Abstand hinterherzuschleichen. Also Fazit: 4 min langsamer als im Vorjahr und Radrennen als Training fehlen...
6) Lauf: naja, zumindest keine Schmerzen im Bauch, nur kotzübel, sodass sich die Gesamtrennverpflegung auf 2 Flaschen Iso, 1 Gel und ein paar Schluck Cola beschränkt. Zeit eigentlich ok und Am Ende Platz 8. Trainer: "Naja, Schade..."
Dem füge ich mal nix weiter hinzu.
Hühnchen scheint jedenfalls wieder das Flattern zu lernen, auch wenn noch ziemlich viel Arbeit ansteht, um auch wieder oben zu bleiben und nicht aller paar Meter abzustürzen... :)
Danach? Ein Tiger und ein Hörnchen... :) ...
21.05.2011 "Das Lustige ist, ...
...dass dein letzter Eintrag genau damit anfängt." sagt das kleine Krabbeltier.
Ich gebs ja zu: ich hab die Aktualisierung mal wieder völlig schleifen lassen. Aber was gabs schon zu berichten? Ich meine außer, dass ich das Frühjahr klassisch vor den Baum gesteuert hab...
In Kurzfassung: seit April hab ich mehr Zeit in Wartezimmern, auf Behandlungsliegen und im Selbstmitleid verbracht als mit Training:
Zuerst die Frühjahrsläufe mit Bauchkrämpfen vesemmelt, Kyffhäuser MTB in der Abfahrt abgehängt, Kriterium in Rochlitz nach einem fast-Sturz rausgenommen, Leipzig-Halbmarathon mit guter Pace bis km 18, dann Bauchkrämpfe, Sachsenring: hart, aber mitgehalten, endlich mal schöne Schmerzen... Dua Jena: Bauchkrämpfe, hinterhergeeiert beim Laufen, trotzdem Radbestzeit...
Dann 3 Ärzte wegen dem Bauch befragt, 3 verschiedene Meinungen...
Dazwischen eine gefühlte endlose Folge von abgebrochenen Tempoeinheiten...
Dazu ein Brötchen aus einer Jenaer Bäckerei (die Mama Huhn gerade zu nennen verboten hat), das zu einer einwöchigen intrafamiliären Epidemie führt, gefolgt von gescheiterten Flugversuchen beim MTB-Training, die mit mehrfachen Ansichten "Schotter von Nahem" enden, was zum Schwimmverbot durch Mama Huhn führt...
Dann dank Lars der Lichtblick: Die Leute von Wesp und Mama Huhn finden (hoffentlich) die Urache für den doofen Bauch: massive muskuläre Dysbalancen, ausgelöst durch falsche Radposition.
Also: Umstellung am Rad und Einbau von sehr schmerzhaften Dehnungs- und Athletikeinheiten.
Alles getreu dem Motto von Mama Huhn: "Dein Körper braucht Pflege, und DAMIT MEINE ICH NICHT EINCREMEN!!!"
Danke an dieser Stelle schonmal, auch wenn ich den Beweis der Verbesserung erst noch antreten muss.
Aktueller Stand: Die Form gleicht einem Flickenteppich mit mehr Flicken als Teppich: Schwimmen sollte lieber als "Rabe in Pfütze gefallen" bezeichnet werden, Rad: naja, mal schauen, Lauf: 2km-Intervalle am Anschlag im HM-Renntempo von April und in 3 Wochen DM Kulmbach.
Also... lasst uns einfach schauen, wies weiter geht, und hoffen, dass das Hühnchen dieses Jahr nochmal ordentlich flattert und nicht noch mehr Bruchlandungen erlebt...
so, genug gejammert ;) 7 Wochen sind's ja noch...
"I had a dream, light and carefree,
but now there's doubt and gravity,
But I won't run in place in the human rat race,
I can set the pace and accept my fate" G.G.
04.03.2011 Flatter, Frühlingshühnchen ... aber bleib ganz!
Sooo, nach diversen Beschwerden bezüglich der Aktualität dieser Seite bzw des Mangels an derselben seitens einiger Hörnchen, Familienmitglieder, Freunde und Vereinsvorsitzenden muss wohl langsam wieder ein Lebenszeichen gesetzt werden...
Alsoo, was ist seit der letzten, winterdepressiv beeinflussten Statusmeldung zu berichten?
Tja, der Winter war ja recht gnädig, nur Minusgrade, dafür aber seit Januar stabil befahrbare Straßen, Anfang Februar sogar das Winter-Rennradtabu gebrochen :)
Anschließend mal wieder durch den Einfluss diverser narkotisch wirksamer Medikamente zur Vermeidung der Wahrnehmung sehr unschöner Erlebnisse (Auf Details soll hier zum Selbstschutz verzichtet werden) dem guten Micha mehrfach innerhalb kürzester Zeit die gleichen verworrenen Informationen mitgeteilt, am nächsten Tag die ärztliche Empfehlung "mach ruhig!!!" missachtet und den darauffolgenden Tag selbstbemitleidend im Bett verbracht.
Während der Großteil der Spezies "Triathlet" seine Zeit auf einschlägigen Inseln verbringt, Keas Richtung Süden flattern und Ultraläufer über Lava rennen, setzt sich Hühnchen also mit dem Thema "Überwintern in heimischen Gefilden" auseinander. Meistens sogar ziemlich erfolgreich, denn sein wir ehrlich: dem Selbstbelohnungseffekt nach Trainingseinheiten bei Minusgraden, ausgelöst durch die Autosuggestion des Gedankens "Was bin ich doch für ein tolles Küken" kann kein Inseltraining nahekommen ;)
Problematisch werden äußere Umstände erst dann, wenn materialtechnisches Versagen die Selbstverliebtheit in Selbstmitleid umschlagen lässt und sich in einem vulgären Wutanfall (im günstigsten Fall) mitten im Wald äußert...
Was hilft ist Taxi Papi gefolgt von Vorbild Henri Lesewitz ("Der Vorderreifen hatte seinen muffigen Inhalt in den Vormittag gerülpst")
Ok, vielleicht sollte ich die Verarbeitung des materialtechnischen und (temporär) psychischen Kollateralschadens nicht hierhin verlegen, schließlich führt der tägliche Weg ins Institut direkt an der Psychiatrie des Uniklinikums vorbei xD
also bis denn dann, mal schauen, was der Frühling so bringt, Hühnchen flattert jedenfalls und die tollste Einheit des Jahres ist jetzt schon kaum noch zu toppen. zum Abschluss die Höhepunkte in chronologischer Reihenfolge:
Ein riesiges, den Weg blockierendes und schon seit einem Jahr vermisstes Hängebauchschwein, Ein leibhaftiges, mitrennendes Streckenhuhn, Ein Rudel Rehe, das meine Selbstberuhigungsversuche ("kein Wunder, bei dem Schlamm muss man langsam sein!") völlig ruiniert und die sehr rasante und enge Kontaktaufnahme zu einem vereisten Weg :)
17.12.2010 Was haben Hamster mit BR, DTH, GnR, Metallica und den Foo Fighters zu tun?
Dem Huhn ist warm. Mir nicht. Der Reißverschluss der Regenjacke wehrt sich erfolgreich dagegen, von tauben Händen geöffnet zu werden, genau wie die Verpackung des Riegels zwei Stunden vorher. Genau wie das Eis in der Flasche dagegen, getrunken zu werden. Mami muss helfen.
Das Bike ist salzverkrustet, ich völlig nass und im halben Kältekoma, zusätzlich verhungert. "Radtraining ist bei diesem Wetter unmöglich", waren sich noch gestern beim Schwimmtraining alle einig. Mich eingeschlossen.
Aber mal ehrlich: es gibt keine zielführende Alternative. Rollentraining muss schon zweimal pro Woche sein, da die Anzahl der täglichen Lichtstunden gefühlt gegen null geht. Schlimmer als dieses Hamsterspielen und Zimmerfluten bei Stickluft und Dauerbeschallung geht nicht. Lieber Kältekoma.
...finden offensichtlich auch einige Nachbarn, worauf zumindest lautstarke Klopfgeräusche um 6:44 Uhr letzten Dienstag hindeuten... "Laute Arbeiten sind nur von 7 bis 12 und 15 bis 18 Uhr durchzuführen" belehrt die Hausordnung. Das erlaubt bei großzügiger Interpretation Hamsterspielen ab 0630...
Ok, es hilft alles nichts, ich muss es zugeben: es ist Winter. Improvisation an allen Fronten, um halbwegs ein Trainingspensum aufzubringen, das diese Bezeichnung verdient. Tiefschneestapfen oder Eisrutschen statt Tempoläufe (zumindest wenn die "lockeren Dauerläufe" mit Peter und Lars nicht gezählt werden...), untergehen beim Versuch zu schwimmen, und ...siehe oben...
Alles in Allem aber lässt sich die Seuche zumindest halbwegs überbrücken, von einigen mit lautstarken Wutanfällen verbundenen Kapitulationen der Psyche im Tiefschnee mal abgesehen.
Einfach weiter machen, sowas wie Frühling oder zumindest schneefreie Straßen muss ja irgendwann mal wieder kommen, auch wenn sich diverse Leute beim Schwimmtraining offensichtlich im Amt des Katastrophenpredigers sehr wohlfühlen... "Jahrhundertwinter" (is im ersten Zehntel des Jahrhunderts auch nich sooo schwer...) "Dreistellige Minusgrade" "meterhohe Schneewände" ("You pretend it doesn't bother you, but you just want to explode", irgendwas muss ja vom Rollen hängen bleiben)... Na klar, und "Radtraining ist bei diesem Wetter unmöglich" ...
15.10.2010 Nach dem Rennen...
Sooo, in 7 Stunden beginnt für das Huhn ein langer Rückflug...
Im Moment liege ich im Hotel und warte. Hier gibt’s nichts mehr für mich zu tun.
Die Höhepunkte seit dem Rennen?
In chronologischer, nicht empfundener Reihenfolge:
Siegerehrung:
Ziemlich lange Zeremonie. „Und weil es so lange gedauert hat und das Zeug kostenlos war, habe ich 10 Dr. Peppers Cola getrunken...“ Resultat? Selbst die Ehrung selbst schien sehr lang und ich etwas unruhig ;)
Cliffjumping:
Genau so geil wie sichs anhört... 11m in die Lagune runter … krass, der Adrenalinschub ist weitaus größer als der beim Start.
Nur die 14m haben irgendwie keinen guten Absprungpunkt: auf der ToDo List für nächstes Jahr (huch, jetzt isses raus ;) )... äh ... nächstes mal steht das an dritter Stelle
Schildkrötenbaden und Wellenrollen:
Jaaaa... sich in den Riesenwellen rumwirbeln lassen hat schon was. Heute früh dann der Hammer: zwei Schildies, eine davon riesig und sehr anhänglich. Ich komm nicht mehr raus aus dem freuen, was für coole Viecher :) fehlt nur nen Tigerhörnchen, dem ichs zeigen könnte, dann würdes noch viel schöner sein...
Lava...
...Java Frühstück, is ja wohl etwas, was man gemacht haben sollte... aber lieber am letzten Tag, wenn die ganzen „Triathlon-Schaufensterpuppen“ weg sind ;)
Jetzt scheint die ganze Sache irgendwie ziemlich surreal... sicher ist aber, dass ich hier wieder her muss. Mit Tigerhörnchen. Mit Papi, das nächste mal aber nicht als Zuschauer :)
Danke an euch alle, eure Mails vor und nach dem Rennen und die Unterstützung
Bis zur Nächsten Meldung kanns ne Weile dauern, also bis denn dann
11.10.2010 Kona. Renntag.
Zweiter Anlauf für den Bericht. Vielleicht wird’s ja diesmal besser...
Samstag 0300.
Wecker klingeln. 6 davon. Frühstück reinwürgen. Kein Nutella, sowas scheints hier nicht zu geben.
0430
Auf zum Pier, anmalen lassen, Rad checken, Klos suchen.
0630
Ich warte an der Mole mit Lars auf den passenden Zeitpunkt, ins Wasser zu springen. Die Idee, die Treppe, über die sich 1800 andere ins Wasser drängen, um dann eine halbe Stunde vorm Start rumzupaddeln, zu umgehen, zahlt sich aus. Zehn Minuten vorm Start in der ersten Reihe. Hektisches Strampeln und drängeln, um den Platz zu halten.
0700
Startschuss. Aber aus dem geplanten „Freischwimmen“ wird erstmal nichts. Ich werde am Fuß festgehalten und zurück gezogen. Ein Paar Fußtritte später kapitulieren auch die Schwimmbrille und das Uhrenarmband...
Ich werde zum Gasteilchen: unkontrolliertes Mitschwimmen in der Masse der anderen Teilchen mit verschwindend geringer mittlerer freier Weglänge und daraus resultierend hoher Stoßrate mit anderen Teilchen...
Ab der Wende geht es deutlich besser, bis endlich das Pier wieder in Reichweite kommt.
0800
Rad. Endlich. Für meinen Geschmack befinden sich um mich herum eindeutig zu viele Fahrer, die offensichtlich absolut keine Angst vor einem Penalty haben und Triathlon mit Radrennen verwechseln. Also Frei fahren. Vollgas. Der Stadtkurs am Anfang eignet sich durch diverse Höhenmeter ziemlich gut, die Gruppen loszuwerden. Bei km 12 hole ich Lars ein (jetzt schon???)
Der Garmin zeigt einen Schnitt jenseits der 42 (wie passend ;) ). Viel zu schnell. Is das vielleicht schlau? Nee isses nich. Aber die Beine sind frei und wollen Gas geben. Also lassen wir sie machen. Alleine in der Wüste kann ich wenigstens keinen Penalty bekommen :D
Der Gegenwind ab km 70 auf dem ansteigenden Weg nach Hawi bringt dann wieder etwas Ernüchterung. Nach der Wende zeigt der Blick auf die Konkurrenz, dass da offensichtlich Mannschaftszeitfahren ausgetragen werden...
Ich habe aber ein angenehmes Tempo gefunden, das sich anfühlt, als könnten die Beine ewig so weitermachen. Aber eben nur so. Und da kommt ja noch was anderes...
Jede Zeitmessmatte jagt einen kleinen Motivationsschauer durch den Basti. Denn sie sind die Lebenszeichen, die ich nach zuhause senden kann, zu allen, die wichtig sind :)
Nein. Nicht zu allen. Denn drei der wichtigsten warten in der Wüste: Papi, Mama Huhn und...ja. DAS HUHN. Das macht aber grad eine Pause, als ich vorbeifahre... Also guck ich nochmal in die Flasche, wie spät das is. Joa, sieht gut aus. Bis Zum Laufen kann das nun nicht mehr lange dauern. Der Kari, der die ganze Zeit um mich rum fährt, scheint seine Aufgabe neu definiert zu haben, und feuert mich die ganze Zeit an.
Bis hierhin also alles im Lot.
124?
Loslaufen. Nur noch ein Marathon. Auch das fühlt sich gut an. Bis auf das Grummeln im Bauch. Shit. Im Wahrsten Sinne des Wortes. An dieser Stelle möchte ich aus mehreren Gründen den weiteren Rennverlauf ziemlich kurz schildern: erstens, ich will mich noch nicht wieder daran erinnern (ich wusste ja vorher nicht, wie Recht ich haben würde mit „Fuck Armageddon, this is Hell!“ zweitens: ich zitiere jetzt mal Chris McCormack „ I'm sorry, it's gonna be ugly“.
Hier die Kurzfassung: Dixistops ohne Ende, Keine Nahrungsaufnahme mehr möglich, Magenkrämpfe, wandern auf dem Highway. Aber das Huhn wartet. Es gibt noch mehr Matten zu erreichen. Weiter. Einer der mich überholenden ruft „No matter whats gonna happen, we'll see the fuckin' finish line“ . …
Die letzte Meile geht bergab. Mit Sicherheit die längste Meile, die ich jemals gelaufen bin. Schmerzen... Jedenfalls kommen selbst 200m vor dem Ziel noch ernsthafte Ausstiegsgedanken auf...
Ab der Ziellienie Wachkoma. Aber ich bin wieder beim Huhn und bei Mama Huhn und bei Papi.
Ich will hier wieder hin. Es gibt ne Menge zu verbessern.
So, das wars erstmal zum Rennen... Abschlussbericht der letzten Tage und Siegerehrung und so folgt. Jetzt mach ich erstmal urlaub. Gute Nacht ;)
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